Alle Bedienelemente für Kupplung, Bremsen und Schaltgetriebe entsprechen einem
Motorrad. Nur der Gashebel wird anstatt eines Drehgriffs mit dem Daumen der rechten Hand bedient.
So wird vermieden, dass man versehentlich Gas gibt, wenn man im Gelände fährt oder die
Lenkkräfte zu hoch werden.
Die Warrior wird ausschliesslich mit manuellem 6-Gang Schaltgetriebe geliefert.
Durch Umlegen eines kleinen Hebels seitlich unter dem Tank kann man den
Rückwärtsgang einlegen. Dies funktioniert aus jedem
Gang heraus, solange man ausgekuppelt hat.
Für den Vortrieb sorgt der bewährte luftgekühlte 350ccm Einzylinder
Viertaktmotor aus den 350 XT Motorrädern. Der Lufteinlass wurde extra hoch
angesetzt, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden -
eine gute Idee, falls man unbedingt Flüsse durchqueren muss...
Die auffälligen Frontleuchten gehören zur Serienausstattung, genauso wie die
Bremsleuchte hinten. Alle notwendige Elektrik für eine Strassenzulassung muss zusätzlich
eingebaut werden.
Dieses Modell wird von Yamaha bereits seit 1987 gefertigt und gilt als meistverkauftes ATV/Quad
aller Zeiten. Dank kontinuierlicher Modellpflege hat man es mit einem grundsoliden Fahrzeug zu tun.
Grundsätzlich sind ATVs und Quads keine geeigneten «Spielzeuge» für Fahranfänger.
Das Kurvenverhalten entspricht keinesfalls einem Motorrad. Das Lenken durch einfache
Gewichtsverlagerung wie beim Motorrad kann man bei einem Fahrzeug mit vier Rädern ja getrost
vergessen. Die starre Hinterachse lässt ebenfalls kein echtes PKW Feeling
aufkommen.
Im Gegenteil - die auftretenden Lenkkräfte sind erheblich und bei schneller
Kurvenfahrt hebt das innere Hinterrad zuerst vom Boden ab. Im Extremfall
heben beide kurveninnere Räder vom Boden ab und man fährt ungewollt auf zwei Rädern.
Das Fahrverhalten kann man noch bestenfalls mit einem Go-Cart vergleichen.
Ein PKW Führerschein (Klasse 3) ist Voraussetzung.
Trotz allem besitzt die Warrior für Quads vergleichsweise gutmütige Eigenschaften,
so dass man solche Grenzfälle im Normalfall nicht erleben sollte. Derartige Experimente verbieten
sich im Strassenverkehr sowieso von selbst.
Da die Warrior im «Leerzustand» etwas kopflastig ist,
wird die Gewichtsverteilung mit zusätzlicher Beifahrerin umso besser.
Die Sitzbank bietet hier ausreichend Platz für zwei Personen. Ein Tip:
Wer viel zu zweit fahren möchte, sollte unbedingt ein Topcase mit Rückenpolster
montieren. Dies erspart Eurer Beifahrerin die blauen Flecken am Rücken!
Das 6-Gang Schaltgetriebe ist im kalten Zustand manchmal etwas hakelig; nach wenigen Minuten
sind Gangwechsel jedoch umso leichter. Für Schaltmuffel reicht es im Stadtverkehr durchaus aus,
nur jeden zweiten Gang zu benutzen, d.h. Anfahren im 2. Gang, dann 4. und dann 6.
Die Maschine hat genug Drehmoment, damit man die Gänge dazwischen überspringen kann,
ohne zum Verkehrshindernis zu werden. Die Motorvibrationen sind mit üblichen Einzylinder Maschinen
vergleichbar.
Wer schaltfaul fahren möchte oder viel im Stadtverkehr unterwegs ist, sollte sich aber auch mal
Fahrzeuge mit Schaltautomatik ansehen. Hersteller wie Polaris oder Bombardier bieten hier sehr
komfortable Automatikgetriebe, die im Handling einem normalen PKW entsprechen.
Andere Hersteller, wie Suzuki und Kawasaki bieten ihre Fahrzeuge mit Halbautomatik an,
d.h. man spart sich den Kupplungshebel.
Ein Tip - diese Warrior hier wird fast ausschliesslich auf Landstrassen bewegt, daher wurde
die serienmässigen Geländereifen durch
Strassenreifen ersetzt. In diesem Fall lohnt sich ein rgelmässiges Auswuchten
der Räder, denn auf zusätzliche Vibrationen im Lenker kann man getrost verzichten.
Auch sollte man den Reifendruck recht niedrig (!) halten, ansonsten wölben sich die Reifen
zu sehr auf. Die Folge: Die Reifen werden nur in der Mitte der Lauffläche abgefahren.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, ist es in Deutschland möglich
durch verkehrsgerechten Umbau eine Zulassung für der Strassenverkehr zu erhalten.
(Übrigens: Die USA, Frankreich und Japan gehören zu den Ländern, in denen
grundsätzlich keine Strassenzulassung möglich ist, egal wieviel man um- oder anbaut!)
Vor der Strassenzulassung für ein ATV/Quad
steht meist ein umfangreicher Umbau.
Dies beginnt bei der Elektrik, Multifunktionsinstrument, Schaltern, Licht, Blinkern,
Nerfbars und endet bei Extras wie Bereifung, Topcase etc.
Und hier wird es u.U. problematisch:
Das Basisfahrzeug kann man prinzipiell bei jedem ATV/Quad Händler erwerben;
entscheidend ist jedoch, ob ein Umbau fachmännisch durchgeführt wird.
Dies sollte man sich vorher an Referenzumbauten zeigen lassen.
Kommt ein hochwertiger Tacho zum Einsatz? Wird die zusätzliche Elektrik professionell
verlegt (Kabelbaum!)?
Wieviele Fahrzeuge baut der Händler eigentlich pro Jahr um (Routine!)?
Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass einige Händler gemeinsam mit den Herstellern
Trainings anbieten, bei denen sich die Käufer mit den Fahreigenschaften der ATVs/Quads
unter fachkundiger Anleitung erst einmal vertraut machen können.
Hersteller: Yamaha
Baujahr: 2002 (gebaut von 1987-2004)
Modell: Warrior, YFM 350X
Motor: 348ccm, 4-Takt, luftgekühlt
Vergaser: 36mm Mikuni
Starter: Elektrisch
Getriebe: 6-Gang + Rückwärts, man. Kupplung
Antrieb: Hinterrad, Kette
Bremsen: 2 Scheiben vorne; 1 Scheibe hinten
Räder Aluminiumfelgen
Reifen: Strassenreifen (optional)
Leergewicht: 190 kg
Tankinhalt: 9l + 2l Reserve
Vmax: Top Secret!
Verbrauch: ca. 6l bleifrei Normal auf 100km
Extras: digitaler Multifunktions-Tacho,
Aluminium Nerf-Bars,
Givi Top-Case mit Rückenpolster
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