«We have tough men
working on it, right now.»

Indiana Jones Pinball von Williams, 1993

Dieser Pinballgehört zu den letzten Generationen, die von Williams in den 90er Jahren angefertigt wurden, bevor man den Bau dieser Geräte dort endgültig aufgab. Gerade diese Modelle erfreuen sich bei Sammlern hoher Beliebtheit, was die Preise für gut erhaltene Exemplare in astronomische Höhen treibt. Die hohen Preise liegen aber auch daran, dass Ersatz-, Verschleissteile und Spielfeld-Plastics als hervorragende Reproduktionen zu vertretbaren Preisen erhältlich sind, so dass praktisch jeder Pinball dieser Generation nahezu perfekt restauriert werden kann.

1993wurde unser Modell von der Firma Williams gefertigt und obwohl er schon seit 13 Jahren im Einsatz ist, funktioniert er tadellos! Lediglich ein paar Plastikteile auf dem Spielfeld sind im Laufe der Jahre diversen Querschlägern zum Opfer gefallen. Unser «Jackpot Plastic» und eine Flasherkappe sind nach Volltreffern gebrochen, so dass die Teile ersetzt werden sollten.

Die kleineren Reparaturen wollten wir mit einem grösseren Eingriff kombinieren, denn im Internet hatten wir einige Infos zum legendären «Lost Plastic» gefunden, welches aus Kostengründen nur in wenige Prototypen der Indiana Jones Baureihe eingebaut wurde. Im Prinzip handelt es sich um eine bedruckte Kunststoffplatte mit einem Dschungelmotiv welches die ansonsten schwarze Rückwand des Pinball bedeckt. Seriengeräte sind von Williams in den 90er Jahren nie mit dem «Lost Plastic» ausgerüstet worden. Zum Glück gibt es mittlerweile Original-Reproduktionen des «Lost Plastic», so dass man seinem Indiana Jones Pinball den letzten optischen Kick geben kann!

Das wollen wir auch mit unserer Maschine tun!

Schaut mal! So sieht's später mal aus: Hier im Foto ist das «Lost Plastic» bereits montiert (rote Markierung). Bei den Seriengeräten schaut man stattdessen auf die schwarz lackierte Rückwand!

Also schnell eine Teileliste zusammengestellt und los geht's, denn wenn wir schon mal das halbe Spielfeld zerlegen, dann können wir auch noch unsere diversen zerbrochenen Spielfeldteile durch Neuteile ersetzen.

Damit wir alle Teile später wieder richtig zusammensetzen können, kam uns die Idee, den Umbau mit dieser Fotoserie zu dokumentieren!

Achtung! Wichtig: Es gibt für das «Lost Plastic» ebenfalls ein Lampenset, welches hinter die Rückwand montiert wird und das Lost Plastic von hinten mit drei «General Illumination» Lampen beleuchtet. Diese Beleuchtung ist natürlich nur sinnvoll, wenn in der Rückwand ein passender Schlitz ausgesägt wird. Um die notwendigen Holzarbeiten durchzuführen, ist es allerdings nötig, die Rückplatte komplett auszubauen. Dies bedeutet im Klartext, dass noch viele weitere Spielfeldteile demontiert werden müssen, als unser Projekt hier zeigt. Wir haben uns entschlossen, das Lampenset nicht einzubauen, da wir der Meinung sind, dass das Ergebnis nicht den Aufwand rechtfertigt.

An dieser Stelle ist es mal wieder Zeit für unseren Standard-Disclaimer:

Dies ist keine Bauanleitung! Solche Modifikationen sind nix für Laien oder Hobbybastler. Netzspannung ist lebensgefährlich und bei der dicht gepackten Elektronik in solch einer Maschine muss man vorher wissen, was man tut! Also Finger weg!

«You call this archaeology?»

Der Doppeldecker und die Rampen aus Messing sind unsere ersten «Opfer». Nachdem wir den ausgeschalteten Pinball vom Stromnetz getrennt haben, lösen wir zuerst die vier zentralen Befestigungen am «Jackpot Plastic». Auf unserem Foto sieht man drei dieser Schrauben. Eine weitere Befestigung hält das Heck des Doppeldeckers noch fest. Selbstverständlich haben wir Sechskant-Nüsse im Zollformat griffbereit, denn dies ist eine amerikanische Maschine und da kann man metrisches Werkzeug getrost vergessen! Schrauben und Muttern lassen sich butterweich lösen und dann ziehen wir den kleinen Doppeldecker heraus...

«I told you,...»

Die rechte Rampe
(aus Messing)
ist noch am rechten Slingshot Dreieck mit dem Spielfeld verschraubt. Zur Vorsicht haben wir den Slingshot-Gummi in eine lockere Position geschoben. Schnell noch die Zoll-Mutter mit der Unterlegscheibe gelöst und dann ziehen wir die Messingrampe nach unten heraus.

«...don't call me 'Junior'!»

Die linke Rampe
(aus Messing)
sollte schon im ersten Schritt vom «Jackpot Plastic» gelöst worden sein. Dieses Plastikteil (Foto oben) hat schon bessere Zeiten gesehen; am linken Rand ist ein grosses Stück herausgebrochen. Das «Jackpot Plastic» werden wir daher durch ein Neuteil ersetzen.

Die linke Messingrampe ist ebenfalls mit einer Zoll-Mutter am linken Slingshot Dreieck verschraubt. Wir lösen diese Befestigung und ziehen auch diese Rampe nach unten heraus.

«Your prices double!»

Bumper und Jackpot
Plastic (optional)
Um mehr Platz für den Austasch des «Jackpot Plastic» zu haben, werden wir die Kappe des benachbarten Bumpers lösen. Enfach die zwei Sechskantschrauben gelöst und die rote Kappe vorsichtig beiseite gelegt. Jetzt haben wir genug Platz und können die letzte Mutter lösen, welche das «Jackpot Plastic» festhält. Den zweistöckigen Aufbau ziehen wir nach oben heraus und ersetzen später die untere, zerbrochene Platte durch unser neues Ersatzteil.

«Come on, Indy!»

Die Rope Bridge erfordert es, unter dem Spielfeld arbeiten zu müssen. Die elektrischen Leitungen, die den Schaltkontakt auf der Rope Bridge ansteuern, verlaufen durch ein Loch in der Rückwand zur Spielfeld-Unterseite des Gerätes. Dort finden wir einen Stecker, den wir von der Kupplung lösen. Selbstverständlich haben wir alle Flipperkugeln aus dem Gerät herausgenommen, bevor wir das Spielfeld hochklappen.

Das Rope Bridge Element ist mit drei Schrauben an der Rückwand verschraubt. Zwei dieser Schrauben sind im folgenden Foto sichtbar. Eine dritte Schraube befindet sich mittig an der Unterseite der Rope Bridge.

Diese Schrauben sind recht lang und mit einem Feingewinde ausgestattet. In der Rückwand sind von Williams hierzu Feingewindeeinsätze in die Holzwand eingesetzt worden. Wir halten die Rope Bridge fest, damit nix kaputt geht während wir die Schrauben lösen. Nachdem wir die Rope Bridge (mit dem Kabelstecker!) vorsichtig nach oben heraus gezogen haben, achten wir darauf ggf. Unterlegscheiben von der Rückwand zu entfernen.

»You're meddling with powers
you cannot possibly comprehend...»

Die Rechte Rampe
(aus Kunststoff)
ist relativ komplex aufgebaut. In die Rampe integriert sind ein Kontaktschalter, die beiden Leuchtdioden des Jagdflugzeugs, sowie eine Infrarotlichtschranke. Alle Leitungen verlaufen durch ein Loch im Spielfeld zur Unterseite. Das Loch mit der Kabeldurchführung wird von der Rampe jedoch verdeckt, so dass wir zuerst auf der Spielfeldunterseite vier Steckverbinder lösen müssen. Sobald wir die Verbindungen vorsichtig gelöst haben, schieben wir die Stecker einzeln durch das Loch nach oben so weit es gerade geht. Ansonsten könnten wir später die Rampe nicht nach oben herausziehen, da die Stecker sich am Loch verhaken würden.

Eine weitere Besonderheit der rechten Rampe ist die Metallweiche, welches die Kugel entweder zurück auf das Spielfeld oder auf den «Path of Adventure» lenkt. Die Weiche wird durch eine elektrische Spule unter dem Spielfeld bewegt und das funktioniert so:
In die Spule ist ein Metallkolben eingesteckt. Im ausgeschalteten Zustand schaut der Kolben etwa zur Hälfte aus der Spule heraus, denn eine Metallfeder drückt ihn von der Spule weg. Wenn die Spule unter Strom gesetzt wird, zieht ihr Magnetfeld den Metallkolben gegen den Federdruck hinein. Der Metallkolben bewegt dann einen Hebelring, welcher die Achse der Weiche verstellt. Alles klar?
Um die Rampe auszubauen, müssen wir vorher den Weichenmechanismus zerlegen. Dies sind zum Glück nur zwei Arbeitsschritte. Also wieder zur Spielfeldunterseite: Zuerst lösen wir die kleine Zoll-Imbusschraube in dem Hebelring, welcher den Kolben mit der Achse verbindet (siehe Foto). Den Hebelring mit der Imbussschraube schieben wir vorsichtig von der Achse und ziehen den angehängten Kolben samt Metallfeder aus der benachbarten Spule. Die Teile sind zum Teil mit Schmierfett behandelt, daher legen wir beides vorsichtig beiseite.

Später beim Zusammenbau gehen wir genau in der umgekehrten Reihenfolge vor: Erst den Kolben mit der Feder in die Spule stecken und danach den Hebelring auf die Achse schieben. Wir achten darauf, dass die Imbusschraube auf der abgeflachten Seite der Achse greifen muss. Ausserdem sollte die Achse ca. einen halben Zentimeter aus dem Hebelring herausschauen.

Jetzt aber wieder zur Spielfeldoberseite: Zuerst die vier Sechskantschrauben auf den Dschungelmotiven gelöst, damit wir die kleine durchsichtige Abdeckung der Rampe abheben können. Die Schrauben stecken direkt im Kunststoff und sollten daher beim Einbau nicht zu fest angezogen werden.

Es folgen die drei Schrauben an der Rückwand, welche die Rampe dort fixieren.

Unter der durchsichtigen Abdeckung der Rampe können wir jetzt die Weiche samt Achse greifen und nach oben herausziehen. Wir passen auf, die kleine Unterlegscheibe am Achsenkopf nicht zu verlieren.

Jetzt nur noch die beiden Feingewindeschrauben am Rampeneingang lösen...

...und dann vorsichtig die beiden winzigen Holzschrauben auf der Lauffläche. (Die weissen Pulverspuren an den Kanten und Gummis sind übrigens Reste von unserer GoldCat Spielfeldpolitur; also nix gefährliches.)

Nachdem alles geklappt hat, ziehen wir die gesamte Rampe vorsichtig nach oben und achten besonders auf die Kabelstecker, die durch die Öffnung in der Spielfläche herausgezogen werden müssen. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, die alten, kaputten Gummipuffer auf dem Spielfeld durch Neuteile auszutauschen. Wir haben rund acht Stück im Verlauf dieses Projektes ersetzt.




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