Hindernisse!

Bobby hat's geschafft,...aber es war nicht einfach!

Den Kritikpunkt gleich mal vorweg:
Unseren ersten GBA Micro mussten wir gleich nach einem Tag wieder umtauschen, da das «directional pad» (Deutsch: Steuerkreuz, huh, huh,...) beim Druck nach rechts schon mal ab und zu stecken blieb (!) und dazu noch fiese Quietschgeräsche machte.
Der Verkäufer im Elektronik-Fachgeschäft sah zwar nicht sehr überzeugt aus, tauschte jedoch das Gerät anstandslos um. Unser neuer GBA Micro funktionierte übrigens fehlerfrei und ohne Macken.
Dies alles weckt üble Erinnerungen an den Start von Sony's PSP und den Problemen mit den Controller Buttons. Falls jemand ähnliche Erfahrungen mit seinen GBA Micro hat(te), schreibt ruhig mal eine Zeile an Bobby - wäre mal interessant zu sehen, ob dies ein Einzelfall war...

Ach ja, da war dann auch noch der Play-Yan Micro Mediaplayer:
Es gehört sicherlich zu den ungelösten Rätseln der Menschheit, warum man die Mediaplayer Cartridge nicht im normalen Handel kaufen kann, sondern nur über den Online Shop von Nintendo Japan!
Ohne Postadresse in Japan kann man das also getrost vergessen, oder man wendet sich gleich and den VideoGame Importeur seines Vertrauens! Wer in Japan dennoch direkt bestellt, kann zwischen zwei Versionen des Play-Yan Micro wählen - mit oder ohne Panasonic's Mediastage Software. Die Software ist für die Benutzung als Mediaplayer nicht zwingend notwendig, mehr dazu später.
Knapp fünf Tage nach der Bestellung brachte der freundliche japanische Postbote unserem Bobby das Paket, na also!
Die Play-Yan Cartride war sogar in einer Verkaufsverpackung, also auch kein Grund, auf einen normalen Ladenverkauf zu verzichten, pheeew,...

Keine Extra-Frontblenden!

Zum Start des GBA Micro in Japan sind fünf verschiedene Designs erhältlich. Dies sind: Schwarz, silber, purple «lila» (metallic), die rot-goldene Famicom Edition sowie die hier abgebildete blau-metallic Version.
Die Famicom Edition ist kurz nach dem Start in Japan recht oft ausverkauft, dicht gefolgt von den populären purple und blau metallic Versonen. Wenn man jedoch etwas länger sucht, sollte man alle Varaianten in Tokyo/Akihabara in diversen Shops finden. Keines dieser Sets beinhaltet übrigens alternative Frontblenden; konkret gesagt: Zwei Wochen nach dem Start des GBA Micro gibt es in ganz Japan keine alternativen Frontblenden, auch nicht von Drittlieferanten! Ein Grund mehr, auf die mitgelieferte und montierte Blende aufzupassen.
Ein Pluspunkt: Die austauschbare Frontplatte bedeckt auch den Screen, so dass sich die unvermeidlichen Kratzer später einfach durch Tausch der «billigen» Frontblende erledigen.

Die Packliste der mitgelieferten Teile bleibt demzufolge auch recht übersichtlich - ausser dem Netzteil/Ladegerät, Stofftasche, GBA Micro und der Bedienungsanleitung findet sich nichts in der kleinen Box. Vorsicht mit dem Netzteil, es ist kein Multivoltgerät, sondern nur für 100V Wechselspannung!. Der Stecker auf der Geräteseite wurde ebenfalls verändert, so dass man die alten GBA SP/DS Ladegeräte und Linkkkabel komplett vergessen kann, diese passen nämlich nicht mehr. Einen kleinen Trost für die Linkkabel Besitzer gibt es dennoch - es gibt ein Adapterkabel von Nintendo, mit dem man sich an die alten GBA/SP Kabel andocken kann.
Ein Novum: Der GBA Micro besitzt als erster Gameboy eine Miniklinkenbuchse in die jeder normale Kopfhöhrer passt.

Alle Tasten besitzen einen anständigen Druckpunkt. Die L/R Tasten an der Stirnseite sowie die Select/Start Taste sind verchromt und sehen sehr edel aus. An der rechten Kante findet sich eine winzige Wipptaste, mit der man sowohl die Helligkeit, als auch die Lautstärke einstellen kann. Wer sich den GBA Micro um den Hals hängen möchte, findet hier auch ein Befestigungsloch für Bänder, Glücksbringer, etc.
Die Start/Select Tasten an der Vorderkante sind mit rot/blauer Hintergrundbeleuchtung versehen. Diese Tastenbeleuchtung wird vielfältig eingesetzt:
Im Sleep-Mode blinkt die Tastenbeleuchtung langsam in blau. Beim Laden erlöscht die Tastenbeleuchtung, sobald der Akku voll ist. Wenn die Tasten während des Betriebs rot leuchten zu beginnen, dann ist der Akku bald leer. Bei unserer Variante war noch knapp eine Stunde Betrieb möglich, bevor nix mehr ging und wir aufladen mussten
10 Stunden Akkulaufzeit sind sicher realistisch, aber im reinen Musikbetrieb mit dem Play-Yan Modul muss man den «Auto Sleep Mode» (siehe unten) nutzen, denn sonst erreicht man die 10 Stunden Akkulaufzeit nie!

Grössenverhältnis

Wer es bis jetzt noch nicht wusste - in den GBA Micro passen alle Gameboy Advance / GBA SP Cartridges. Der Grad der Miniaturisierung ist enorm, wenn man sich vor Augen hält, dass man hier im Prinzip die Technik einer «Super NES Videospielkonsole» der 90er Jahre vor sich hat.
Ah, wie auch immer - Mobiltelefone waren in den 90er Jahren ja auch ein wenig grösser als heute...

Eine GBA «Nano» Edition wird's wohl kaum geben, es sei denn, Nintendo schrumpft die GBA Cartridges gleich mit. Der Cartridge Schacht ist nicht mittig, da in dem breiteren Abschnitt des Gehäuses der Lithium-Ionen Akku versteckt ist. Die Bedienungsanleitung erklärt auch den Einbau und Wechsel des Akkus. Unser Akku war jedoch von den freundlichen chinesischen Arbeitern aus Nintendos Fabrik bereits vormontiert und fast kompett aufgeladen.

Total Cost of Ownership

Zubehör kostet,...

Um jedoch ein funktionierendes Allround-System zu bekommen, muss man nochmals einiges an Geld für Zubehör ausgeben, es sei denn man hat noch ein paar SD Karten und handelsübliche Kopfhöhrer irgendwo rumzuliegen.
Ansonsten kommt schnell einiges zusammen:

GBA Micro                   90 EUR
Play-Yan inkl. Media Stage  40 EUR
1 GB SD Karte               70 EUR
Neck-Strap Kopfhöhrer       35 EUR

Wow, das macht ja          235 EUR !!!
Wer hätte das gedacht - so viel kostet auch ein iPod Nano mit 4 GB Speicher!
Nun, dieser Vergleich ist schon etwas unfair, mit dem iPod Nano kann man keine Filmchen abspielen und auch keine Gameboy Advance Cartridges spielen.

Noch mehr Software!

MediaStage 4.2 gibt es nur für Windows XP!

Dass es sich hier mal wieder um ein Gemeinschaftsprojekt von Nintendo und Panasonic handelt, wird spätestens beim Auspacken der Play-Yan Micro Verpackung klar! (Kein Wunder, wir erinnern uns, dass Panasonic ebenfalls die optischen Laufwerke für den Nintendo Gamecube entwickelt hat...)

Die Worte «Panasonic» und «MediaStage» wecken bei Besitzern von Panasonic mp3 Playern wahrscheinlich ungute Gefühle.
Entwarnung - dies ist keine Software a la Apple iTunes oder (Schock!) SONY MediaStage (Connect)!
Mit dem Play-Yan Micro wird kein DRM Konzept aufgedrückt und auch keine mp3 Songs zum Download verkauft, sondern ein einfaches Konvertierungstool in mpeg4/asf Formate mitgeliefert.
Nicht witzig ist allerdings, dass die Software nur auf japanischem Windows XP (Home oder Professional) läuft und die Nutzer anderer Betriebssysteme in die Röhre schauen. Wir haben die Software jedenfalls auf einem deutschen XP Professional nicht zum Laufen bekommen - auf die «Problemberichte an Microsoft senden» kann man getrost verzichten.
Eine Google-Suche nach «3GP Converter» ist in jedem Fall zielführender, falls man Software sucht...

«Die MediaStage Software lässt sich mit einem Trick auch auf einem deutschen WinXP zum Laufen bringen, dafür muss man die Systemsprache auf japanisch umstellen.»
Dank an «shaun» vom portablegaming Forum für diesen Hinweis!

Zur Erinnerung: Eine SD Karte wird im Play-Yan Micro Package nicht mitgeliefert, sondern die müsst Ihr nochmal zusätzlich kaufen oder von Papas Digitalkamera ausleihen, heh, heh,...

Bitte nur SD Karten mit maximal 1 GB Kapazität verwenden! (Die abgebildeten SanDisk laufen beispielsweise hervorragend.)
Es gibt praktisch keine 2 GB (oder 4 GB) SD Karten, die im Play-Yan Micro vernünftig unterstützt werden! Stattdessen muss man sich einen japanischen «SD Card Error» Text gefallen lassen.
Es liegt der Verdacht nahe, dass hier Nintendo und Panasonic absichtlich die Treiber in der Firmware limitiert haben, da der Play-Yan keinerlei DRM Konzept besitzt. Der Verdacht erhärtet sich noch durch die pikante Tatsache, dass selbst die hauseigenen Panasonic 2 GB SD Karten nicht unterstützt werden! (Auch 2 GB Kingston SD Karten funktionieren nicht, usw.) Also Finger weg von allem, was mehr als 1 GB Kapazität hat!

Bastelstunde

Kleiner Intelligenztest: In welcher Reihenfolge
müssen diese Dinge zusammengesteckt werden, um fehlerfrei zu funktionieren?

Sobald man seinen Content (mp3, mpeg4) per Datei-Explorer auf die SD Karte kopiert hat, kann's losgehen. Der Play-Yan erkennt mp3 Songs in beliebigen Unterverzeichnissen und listet auch die Verzeichnisse mit Namen auf. Allerdings funktionieren die Abspieloptionen wie Repeat, Shuffle, etc. nur für die Songs im aktuellen Verzeichnis, so dass man besser auf einen komplizierten Verzeichnisbaum verzichtet, zumal die Software keine Playlisten unterstützt. Empfehlenswert ist z.B. ein Verzeichnis pro CD/Album.
ID Tags werden ausgewertet, aber ein Nachteil bleibt: Songs werden alphabetisch aufgelistet und nicht per Titelnummer im ID Tag.

Videos im mpeg4 und asf Format werden vom Play-Yan in allen Verzeichnissen gesucht und dann als flache Liste dargestellt. Daher kann man alle seine Videos gleich in ein gemeinsames Verzeichnis auf der SD Karte kopieren.

Noch ein Wort zum Thema Kopfhörerbuchse - die Play-Yan Cartridge besitzt einen eigenen Kopfhöhrerausgang und das ist auch gut so, denn im Mediaplayer Betrieb ist die eingebaute Kopfhöhrerbuchse des GBA Micro durch Rauschen und Störgeräsche völlig unbrauchbar!
Also: Bei eingelegtem Play-Yan Modul muss man die Kopfhöhrerbuchse des Play-Yan Moduls benutzen. Nur diese bietet hervorragende Audioqualität! Ziemlich unverständlich, was? Der Sleep-Mode funktioniert ebenfalls nur, wenn sich ein Kopfhöhrer in der Play-Yan Buchse befindet! Leider liegt diese Buchse fast mittig, was je nach Kopfhöhrerstecker etwas dämlich aussieht.
Keine Missverständnisse: Bei eingelegter Game Cartridge kann man natürlich die normale GBA Micro Kopfhöhrerbuchse nutzen und dann ist die Audioqualität auch sehr gut.

Play-Yan Micro: Formate

Puuuh, geschafft!

Alle mp3 Varianten (CBR/VBR) bis zu maximalen 320 kbit/s sind möglich.
Bei den Videos geht es bei mpeg4 bis 30 fps in QVGA (320x240) Auflösung. Die maximale Datenrate liegt bei ca. 1 Mbit/s.
Für die Konvertierung in das unterstützte mpeg4 Format kann man auf die bereits erwähnte MediaStage 4.2 («for Nintendo») Software zurückgreifen. Die Formate können aber ebenso mit vielen anderen Tools erzeugt werden, so dass die Software von Panasonic nicht zwingend notwendig ist.

GBA Micro und Play-Yan Micro: Fazit!

Licht und Schatten...

Tja, was soll man da sagen - das Play-Yan Benutzermenu für den Audioplayer ist liebevoll animiert, aber es fehlen essentielle Funktionalitäten wie z.B. Playlisten.
Wichtig jedoch: Der Audioplayer besitzt noch einen speziellen «Auto Sleep Mode», den man durch Drücken und Halten der Start-Taste (oder gleichzeitiges Drücken der R/L Tasten) startet: Mit einer kurzen Meldung «Return: Press Start» schaltet sich kurzerhand das Display ab und damit sind auch alle Tasten deaktiviert bzw. gesperrt, die Musik spielt jedoch weiter! Lediglich die Start/Select Tasten lassen ihre blaue Hintergrundbeleuchtung ab und zu aufblitzen. Erst durch Druck auf die Start-Taste erscheint das Display wieder und erlaubt eine Bedienung der Tasten. Nach einigen Sekunden schaltet der GBA Micro erneut das Display und die Tasten ab. Dieser Modus ist unverzichtbar, wenn man wertvolle Akkuleistung sparen will und den GBA Micro unterwegs als Audioplayer benutzen möchte!

Unser Fazit: Für mpeg4 Videofilmchen ist die Play-Yan Mediaplayer Cartridge im GBA SP (oder im Nintendo DS) sicher besser aufgehoben, schon wegen des grösseren Bildschirms.
Für die Kombination als Audioplayer und Micro-Spielekonsole ist der GBA Micro jedoch konkurrenzlos.

23.09.2005

Mario Design für den Play-Yan Micro

Mario-Style Design für den Play-Yan Micro

Kaum haben wir unseren Testbericht vom neuen Gameboy Micro und Play-Yan Micro Mediaplayer fertiggestellt, da stellt Nintendo (Japan) auch schon ein «Key-File» zur Verfügung, mit dem man das versteckte Mario Design im Play-Yan Micro aktivieren kann. «Verbraucht das Mario Design mehr Akkuleistung?» Kitty die Perserkatze Es handelt sich um eine kleine ini-Textdatei, die in das Wurzelverzeichnis der SD-Karte des Play-Yan Micro kopiert wird. Beim Startup wird die ini-Datei eingelesen und die Play-Yan Micro Parameter entsprechend gesetzt. Nintendo legte ebenfalls die Parameter offen, die in der ini-Datei gesetzt werden können. Wer Japanischkenntnisse besitzt, sollte sich mal zur Nintendo Microsite zum «Play-Yan Mario Design» begeben. In den weiterführenden Links findet Ihr auch das Key-File für Euren Play-Yan Micro sowie die Beschreibung der Key-File Parameter.

Selbstverständlich erfolgt jegliches Play-Yan Micro Modding auf eigene Gefahr - wir haften nicht, falls sich jemand sein Gerät zerschiessen sollte...

15.10.2005



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