Packlist

Coole Verkaufsverpackung und viel Zubehör -
das Hundehalsband und unser Husky Molly sind natürlich nicht im Preis enthalten. :o)

Wenn es mal wieder mit dem Hundeschlitten in die nordischen Wälder geht, dann sollte das SonyEricsson W800i MusicPhone im Gepäck nicht fehlen, meint unser Schlittenhund Molly und präsentiert uns diesen Exklusivtest!

Als erstes MusicPhone mit «Walkman»-Logo setzt das SonyEricsson W800i klare Akzente. Angesichts der aufwendigen Verkaufsverpackung ahnt man es schon; hier wurden keine halben Sachen gemacht.
Dieser Eindruck bestätigt sich beim Auspacken des Inhalts:
Zusätzlich zum W800i Mobiltelefon bekommt man noch einen 512 MB Pro Duo Memory Stick der Firma SanDisk inklusive Adapter für PC Kartenleser. Ein kleines Kunstoff-Case für Adapter und Stick ist ebenfalls beigelegt, sehr nett!
Weiterhin wird ein In-Ear Stereo-Kopfhöhrer mitgeliefert. Dieser bietet einen hervorragenden Klang und besitzt einen normalen 3,5 mm Stereo-Klinkenstecker mit 50 cm Kabel.
Weiter geht es mit einem Ansteckmikrofon welches mit einem 80 cm Kabel an das Telefon angeschlossen wird. Das Mikrofon besitzt eine 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Stereo-Kopfhöhrers, aha!
Gleichzeitig dient das Mikrofonkabel als UKW-Radioantenne - später hierzu mehr. Akku, Ladegerät, Rootkit- Installations-CD und Kurzbedienungsanleitung runden die Packliste ab.

So viel Zubehör haben wir schon lange nicht mehr mitgeliefert bekommen. Zeit also für eine kleine Bastelstunde!

Aha! An das Mikrofon kann man an jeden handelsüblichen Stereo-Kopfhöhrer anschliessen, also probieren wir dies gleich mal mit dem mitgelieferten Stereo-Headset aus. Die resultierende Gesamtlänge mit knapp 1,3 m Kabel ist schon fast zu lang.

Ein kleiner Zettel beschreibt, wie man den Akkudeckel korrekt öffnet. Zuerst die SIM-Karte eingelegt und dann den Akku hinterher, fertig.

Links unter der Tastatur befindet sich eine kleine Gummikappe, die den Slot für den Memory-Stick Pro Duo schützt. Diese Gummikappe wirkt sehr stabil. Achtung! Unser Memory-Stick war zwar bereits ab Werk eingelegt, aber nicht korrekt eingerastet! Da heisst es aufpassen, denn ein paar Schreibzugriffe reichen (z.B. beim Fotografieren), um den Controller-Chip des Memory-Sticks bei einem Wackelkontakt komplett zu zerstören. Also checkt vor dem Einschalten, ob der Stick auch richtig sitzt!

Musicplayer

Alles im Blick im MusicPlayer Modus.

Kurz nach dem Einschalten bietet das W800i die Auswahl zwischen «Telefon» oder «Nur Musik» an.

Im reinen Musik-Modus bleibt die GSM-Elektronik komplett abgeschaltet. Eine PIN-Eingabe ist hierbei nicht erforderlich. Dieser Modus sollte daher auch ohne eingelegte SIM-Karte funktionieren. Das W800i verhält sich so wie ein ganz normaler mp3 MusicPlayer mit Flash-Memory, nicht mehr und nicht weniger.
Ob dieser Musik-Modus auch eine Stewardess an Bord eines typischen Linienfluges beeindruckt, mag mal dahingestellt sein.
In jedem Fall spart der reine Musikbetrieb deutlich Akkuleistung und manchmal möchte man ja auch gar nicht erreichbar sein.

Der MusicPlayer orientiert sich an bewährten Konzepten. Die unterstützten Audioformate sind mp3 und wav (bis 16 kHz Samplerate). ID-Tags werden ausgewertet und das Hauptmenu erlaubt den direkten Zugriff auf Interpreten, Titel, Playlisten und Videos. Ihr habt richtig gelesen: Der MusicPlayer verwaltet ebenfalls Eure Videos. Als Videoformate werden mpeg4 und 3gp unterstützt. Wenn der mitgelieferte Memory-Stick eingelegt ist, stehen insgesamt 512 MB plus 30 MB internes Memory für Multimediadaten zur Verfügung. Dies reicht für eine Menge Songs, Fotos oder Videoclips.

Eigene Unterverzeichnisse können ebenfalls angelegt werden und zum Erstellen einer Playliste kann auch ein gesamtes Verzeichnis markiert werden - sehr komfortabel!
Die Audioqualität des mitgelieferten Stereo-Headsets ist hervorragend. Den eingebauten Equalizer benötigt man im Allgemeinen nicht. Wer dennoch seinen gewohnten Kopfhöhrer benutzen will, schliesst diesen einfach an die 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse des Freisprechmikrofons an. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Hersteller diesem Beispiel folgen und in Zukunft auf proprietäre Kopfhöhrer-Anschlüsse verzichten.
Gelegentlich ist beim Betrieb des MusicPlayers in den Pausen zwischen zwei Songs ein Knacken zu hören, obwohl die Songs sauber aufgenommen wurden. Dieser Effekt trat bei uns sporadisch etwa alle 30 Minuten auf und sollte bei SonyEricsson mit einem Software-Update behoben werden.

Auf der mitgelieferten Software-CD finden sich Treiber für das USB-Kabel, sowie die Disc2Phone Software, mit der Musik-CDs als mp3 direkt auf das W800i transferiert werden können. Wirklich notwendig ist diese Software nicht, denn Dateien können direkt auf den Memory-Stick oder per Bluetooth übertragen werden. Unverständlich auch, warum Sony eine Zwangsregistrierung verlangt, sobald man eine CD-Tracklist Datenbank abfragen möchte. Für mehr Details schaut in unsere Rubrik «Software» unten.

Im Telefon-Modus steht natürlich die gesamte Funktionalität aller Features zur Verfügung. Hier nur die wichtigsten Features im Überblick:

Es gibt ein RDS-UKW Radio mit 20 Speicherplätzen. Das Mikrofonkabel der mitgelieferten Freisprecheinrichtung dient gleichzeitig als UKW-Antennenkabel. Vom Radio kann man sich sogar wecken lassen.
Auch ohne angeschlossenen Kopfhöhrer kann man Musik und Radio hören. Auf der Rückseite, neben der Kameralinse ist ein Monolautsprecher für diesen Zweck versteckt. Die dünne Basswiedergabe kann man verbessern, indem man das W800i mit der Rückseite nahe an eine reflektierende Fläche stellt. Auch hier ist die Audioqualität im Vergleich zu anderen Handys sehr gut.

Eine 2 Megapixel Digitalkamera für Einzelaufnahmen oder Videos steht zur Verfügung, mehr dazu später. Natülich gibt es auch einen Soundrekorder, der Voice-Memos oder komplette Telefonate aufzeichnen kann.

Das Display ist sehr hell und besitzt mit 176 x 220 Pixel ausreichend Auflösung.

Die maximale Gesprächszeit für den 900mA Akku wird mit 9 Stunden angegeben; die Stand-by Zeit soll bei bis zu 400 Stunden liegen.

Die GSM-Standards 800, 1800 und 1900 werden unterstützt; damit ist das W800i ein Tri-Band Gerät.

Das Adressbuch bietet Platz für 500 Einträge. Den Einträgen können selbstverständlich auch individuelle Klingeltöne und Hintergrundbilder zugeordnet werden.

Besonders erwähnenswert sind noch zwei Java-Applikationen, die im W800i zur Verfügung stehen:
Mit MusicDJ können Melodien und Songs komponiert werden, wobei Blöcke defniniert werden Können, die einen Refrain, Strophe, etc. enthalten.
Mit VideoDJ können Bilder, Videos, Texte und Musik kombiniert und zu kleinen Videofilmen zusammengeschnitten werden. Selbstverständlich darf man hier keine Profiqualität erwarten, aber der Ansatz ist vielversprechend.

Camera

Die Kameralinse ist gut geschützt.
Der Schieberegler links öffnet die Abdeckung.

Fotografiert wird mit
dem W800i horizontal!
Die Linse auf der Rückseite ist durch eine Blende vor Staub und Verschmutzung geschützt, eine sehr gute Idee, wie wir finden. Ein kleiner Schieberegler öffnet die Metallabdeckung der Kameralinse und schaltet das Display automatisch in den Viewfinder-Modus. Das Kameramenu und die Einblendungen im Viewfinder sind entsprechend in Landscape-Darstellung. Auslöser und Digitalzoom-Tasten befinden sich dann auf der Oberseite der Kamera. Zwei ultrahelle LEDs können per Menu zugeschaltet werden und erlauben eine gute Ausleuchtung von Objekten im Nahbereich bis 1-2 m Entfernung. Die maximale Bildgrösse ist 1632 x 1224 Pixel.
Makroaufnahmen, Selbstauslöser, Videoaufnahme, ein Nachtmodus und zahlreiche Effekte stehen ebenfalls zur Vefügung. In die verschiedenen Aufnahmemodi ist sogar ein Panorama-Modus integriert, bei dem mehrere Fotos nebeneinander gefügt werden können.
Per Default werden alle Dateien auf dem eingelegten Memory-Stick abgelegt. Es können problemlos Fotos aufgenommen werden, während der MusicPlayer läuft - hierzu einfach die Kamerablende öffnen. Die Musik stoppt nur kurz, wenn das aufgenommene Foto auf den Memory-Stick geschrieben wird.
Der Einfluss und die Erfahrung von Sony aus dem DigiCam Bereich ist unverkennbar. Insgesamt entspricht der Funktionsumfang einer guten, handelsüblichen Digitalkamera.

Total Cost of Ownership

Schade, nicht alle Tasten sind aus Metall...

Unsere Rubrik «Total Cost of Ownership« deckt normalerweise Mogelpackungen auf, bei denen man noch reichlich extra Euros für Zubehör ausgeben muss.
Das Sony Ericsson W800i macht hier keine Probleme, denn dieses MusicPhone wird mit reichlich Zubehör geliefert! Trotzdem Achtung - die Kosten, die für den Mobilfunkvertrag anfallen, haben wir hier nicht aufgelistet:

W800i inkl. Providervertrag        ca.  190 EUR
512 MB Memorystick Duo (enthalten)        0 EUR
In-Ear Stereo Headset  (enthalten)        0 EUR
cooles Halsband                    ca.   10 EUR

Damit landen wir bei             knapp  200 EUR
Ohne Providervertrag werden für das W800i MusicPhone zur Zeit mindestens 400 EUR verlangt. Dies ist unserer Meinung nach ewas zu viel.

Here, There, Everywhere...   ...Software!

Die linke Seitenkante ist für den Musikbetrieb reserviert:
Pausentaste, Memory-Stick Slot und der «Walkman» Schriftzug.

«...Installieren Sie
alle 5 Treiber...»
fordert die Anleitung, hmmm...?! Sony und Treibersoftware - war da nicht was?
Formulieren wir es mal so: Wenn Schneewittchen den vergifteten Apfel der bösen Königin konsequent abgelehnt hätte, dann wäre den sieben Zwergen viel Stress erspart geblieben, alles klar?
Nach Rootkit-Skandal und Copy-Protection Orgien kommt in unsere CD-Drives jedenfalls nix mehr, auf dem ein Sony Logo zu finden ist. Glücklicherweise gibt es beim W800i ausreichend Alternativen:
Das USB-Kabel liefert auch ohne Treiber Ladestrom für das W800i, vorausgesetzt man hat eine USB 2.0 Buchse zur Verfügung. Die Windows-Meldungen kann man getrost ignorieren.
Dank des mitgelieferten Memory-Stick Duo Adapters kann ein Dateitransfer direkt über einen Kartenleser am PC erfolgen. Bilder und Musikdateien können so ohne jeden Treiber direkt zwischen PC und Memory-Stick ausgetauscht werden.
Wem das Aus- und Einlegen des Sticks zu lästig ist, dem sei der OBEX-Dateitransfer per Bluetooth empfohlen. Das Mobiltelefon verhält sich bei diesem Dienst wie ein ftp-Server und erlaubt direkten Zugriff auf Telefonspeicher und eingelegten Memory-Stick, ebenfalls ohne Treibersoftware.
Kontakte kann man von seinem alten Telefon per Infrarot auf das W800i übertragen. Wir haben ein Siemens/BenQ M75 Outdoor-Phone als Sender benutzt, dessen Kontakte wir problemlos aus dem Telefonbuch an das W800i übertragen konnten.
Einzig ungelöst ist das Problem der Outlook/Kalender Synchronisation. Aber mal ehrlich - wer 50 Termine pro Tag verwalten muss, der braucht kein MusicPhone, sondern eine Chefsekretärin!

Sonstiges: Negativ - die mitgelieferte Mini-Anleitung ist praktisch nutzlos und erklärt noch nicht einmal, wie man das Keypad gegen versehentliche Bedienung sperrt. Glücklicherweise findet sich auf den Webseiten von SonyEricsson eine richtige Bedienungsanleitung zum Download für dieses Gerät.
Schade auch, dass das Gehäuse von zu viel Plastik dominiert wird. Wenigstens die Zifferntasten hätten ebenfalls aus Metall sein können.

Positiv - es gibt an der rechten unteren Ecke sogar eine kleine Halterung für Glücksbringer, Halsbänder, etc.
Ihr denkt, das sei nicht wichtig? Falsch gedacht - in anderen Ländern leben ganze Industrien von diesem Fashion-Accessory Kult; checkt mal hier:
In englischer Sprache: Strap-Ya.
In japanischer Sprache: 携帯ストラップ.

Jack of All Trades - Master of None

Die rechte Seitenkante ist für den Kamerabetrieb
reserviert: Zoom-Tasten und Auslöser.

Unser Fazit:

Das Sony-Ericsson W800i «MusicPhone» ist ein Musterbeispiel für die Integration von Musicplayer und Kamera in ein Mobiltelefon:
20 Stunden Musik im Musikplayer Modus sind kein Problem und die Digitalfotos sehen besser aus, als alles, was wir bisher von «Handykameras» gesehen haben.
Die Einzelkomponenten sind auf einem hohen Niveau, können aber weder iPod noch 5-Megapixel Kameras vollwertig ersetzen. Die Features des W800i sind jedoch so cool verpackt, dass sie dieses «MusicPhone» einfach unwiderstehlich machen, sobald man ein paar Minuten damit herumgespielt hat.
Wenn man die Einzelkomponenten bewertet, so ist dieses Gerät ohne Providervertrag (mindestens 400 EUR) etwas zu teuer. Wir empfehlen dieses Gerät daher allen, die im Rahmen einer Vertragsverlängerung ein neues subventioniertes Gerät suchen.

Pro:

+ 512 MB Memory Stick mitgeliefert
+ Stereo Headset und Freisprech-Mikrofon mitgeliefert
+ hervorragende Musicplayer Integration
+ sehr gute 2.0 Megapixel Kamera
+ umfangreiche Bluetooth-Dienste
+
brutal hohe Akkukapazität

Contra:

- Zifferntasten haben kaum Druckpunkt
- sporadische Störgeräusche beim Wechsel zwischen Songs
- Bedienungsanleitung? Welche Bedienungsanleitung?

09.12.2005


 

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